Licht und Schatten gegen die Spitzenreiter

Ohne den beruflich verhinderten Andreas Fabian stand für die NEW Energie Elephants Grevenbroich am vergangenen Freitag das Duell mit den AstroStars aus Bochum an. Die Ruhrgebietler, die das Hinspiel im Elephants Dome mit 78:64 für sich entschieden, konnten auf einen kompletten Kader zurückgreifen, darunter auch der zu Saisonbeginn noch verletzte Cham Korbi. 


Fotos © Michael Ritters

Schlechter konnten die Voraussetzungen für die Dickhäuter kaum stehen, entsprechend startete man in die Partie. Nachdem Lennart Steffen mit einem Korbleger noch den 4:6-Anschluss (4. Minute) für die Schlossstädter besorgt hatte, zogen die Bochumer mit einem 14:2-Lauf binnen zwei Minuten auf 20:6 davon.

Besonders auffällig war in dieser Phase der zuvor angesprochene Korbi, der alleine sieben Zähler markierte. Es schien, als würde die Partie schon früh den vorausgesagten Verlauf nehmen, konnten die Grevenbroicher nun zwar mithalten, den Rückstand zum Ende der ersten zehn Minuten jedoch nicht signifikant verkürzen (14:27).

Die kurze Pause nutzte NEW Energie Elephants Trainer Heimo Förster, um die Abstimmungsprobleme in der 3-2-Zonen-Verteidigung seiner Schützlinge zu beseitigen. Seine Anweisungen sollten ihre Wirkung nicht verfehlen. Anstatt weiter in Rückstand zu geraten kämpften die Rüsseltiere sich über Houston, Twiehoff, Schröder und Steffen Haufs, der in dieser Phase einen wichtigen Dreier markierte, zurück und verkürzten den Rückstand auf nur noch drei Zähler (24:27, 13. Minute).

Die Bochumer konterten jedoch gleich wieder und profitierten vor allem von der mangelnden Tiefe der Dickhäuter, wodurch den Akteuren zeitweise Müdigkeit anzumerken war. Hinzu entstanden, wie schon in den Partien zuvor, durch das Fehlen von Marvin Kruchen und Patrick Schiele Reboundprobleme, die die Bochumer nicht nur zu zweiten und dritten Wurfmöglichkeiten ausnutzten, sondern auch um vermehrt über ihre großen Leute zu spielen, sowie den Korb trotz der nun besser stehenden Zonenverteidigung zu attackieren.

Eine Minute vor Ende der ersten Hälfte lagen die Schlossstädter entsprechend 31:44 zurück. Dank Götz Twiehoff und Antonio Houston, der fünf Sekunden vor der Halbzeitsirene seinen ersten Dreier der Partie versenkte, verkürzten die Grevenbroicher jedoch binnen kürzester Zeit wieder auf 38:44, bevor Patrick Abraham mit der Sirene ebenfalls von jenseits der 6,25m-Linie punkten konnte und dabei beim Ballvortrag kaum von den Grevenbroichern gestört wurde.

Angesichts der personellen Widrigkeiten boten die NEW Energie Elephants bis dahin jedoch eine mehr als solide Leistung und boten dem Spitzenreiter die Stirn. Einzig die sechs Offensivrebounds, sowie die 5 Dreier aus 10 Versuchen gegenüber den 2 von 13 der Grevenbroicher von der Dreierlinie sorgten für Unmut bei Trainer Heimo Förster.

Die auffälligsten Akteure waren bis dahin Patrick Abraham (10 Punkte, 3 Assists) und Ryon Howard (8 Punkte, 9 Rebounds) auf Bochumer, sowie Götz Twiehoff (15 Punkte) und Antonio Houston (11/7 Punkte) auf Grevenbroicher Seite.

Das dritte Viertel bot dann einen offenen Schlagabtausch zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe, die verbissen verteidigten und am anderen Ende des Feldes mit der guten Defensivarbeit des Gegenübers haderten, aber auch einige Chancen liegen ließen.

Mehrfach schlossen die Dickhäuter auf, wie etwa beim 49:53 in der 25. Minute oder beim 53:58 drei Minuten später, doch auch nach drei Vierteln hielten die AstroStars weiterhin eine 9-Punkte-Führung inne (53:64).

Der Schlussabschnitt lief dann auf einen Nervenkrieg hinaus, bei dem die Grevenbroicher es mehrfach verpassten in Führung zu gehen. Gleich zu Beginn des Viertels starteten die Schlossstädter mit einem 10:4-Lauf und kamen auf drei Punkte heran (64:67, 34. Minute), doch die Bochumer nutzten nun ihre gesamte Klasse, um sich vorerst wieder auf 73:64 abzusetzen.

Diesen Rückstand sollten die Grevenbroicher Basketballer nicht mehr egalisieren. Nichtsdestotrotz konnten sieben Schlossstädter, von denen Timo Alt nicht zum Einsatz kam, mit ihrer Leistung mehr als zufrieden sein, boten sie doch dem Spitzenreiter lange die Stirn und hatten sich einen möglichen Sensationssieg selbst mit einer verschlafenen Anfangsphase verspielt.

Mit Andreas Fabian zurück im Team empfing man nur 44 Stunden später das nächste Spitzenteam. Die Citybaskets aus Recklinghausen, die ihre Partie am Freitag gegen den Aufsteiger aus Bonn-Meckenheim souverän mit 76:53 für sich entscheiden konnten, gastierten im Elephants Dome zu Gustorf und legten von Beginn an ein hohes Tempo auf, dem die Schlossstädter so gar nicht gewachsen waren.

Über ein 19:4 nach nur fünf Minuten leuchtete zum Entsetzen der EleFans ein 29:12 nach den ersten zehn Minuten auf der Anzeigetafel. 59% Trefferquote der Gäste gegenüber 28% der Schlossstädter sprachen eine deutliche Sprache.

Defensiv funktionierte die Zonenverteidigung der Dickhäuter kaum, wohingegen die Recklinghausener sowohl in der Verteidigung aggressiv agierten, als auch in der Offensive ihre Freiheiten nutzten. Allen voran US-Boy Robert Franklin wurde häufig sträflich alleine gelassen und markierte mit 13 Zählern einen mehr als das gesamte Grevenbroicher Team.

Im zweiten Viertel fanden die Rüsseltiere langsam in die Partie und erschwerten den Gästen nun vor allem durch bessere Defensivarbeit das Leben. Über 22:36 in der 15. Minute verkürzten die NEW Energie Elephants zum Pausentee auf 31:42. Wengleich man weiterhin wenige Punkte aus dem Feld erzielte (8/31), kam man über disziplinierte Verteidigungsarbeit zu Fastbreakmöglichkeiten, die die Citybaskets häufig nur durch Foul zu stoppen wussten.

22 Freiwurfversuche, von denen die Schlossstädter 14 im Korb unterbrachten, gegenüber nur 9 (4 Treffer) der Gäste standen für die Hausherren auf dem Statistikbogen. Auch der im ersten Viertel bärenstarke Robert Franklin musste sich seine Punkte nun hart erarbeiten, hatte dennoch mit 17 Punkten und 11 Rebounds bereits ein Double-Double auf dem Konto.

Auch die Pause verhalf den Dickhäutern nicht zu einer besseren Trefferquote. Wenngleich sie wieder nur 20 Punkte zuließen, erzielten sie selbst nur 13 und warfen weiterhin nur 30% (14/47) aus dem Feld.

Allen voran Antonio Houston, der sich am Freitag am Oberschenkelmuskel verletzte, fand nie wirklich seinen Rhythmus und traf nur 2 seiner 13 Wurfversuche. Wenngleich die Verteidigung der Citybaskets sich gesondert auf den US-Boy der Schlossstädter konzentrierte, fand dieser trotz teilweise harter Gangart nur selten den Weg an die Freiwurflinie (3 von 4).

44:62 lautete der Spielstand nach 30 Minuten, einen Rückstand, der angesichts des mangelnden Trefferglücks kaum noch einzuholen schien.

Im Schlussabschnitt verkürzten die Grevenbroicher wenige Minuten vor Ende noch einmal auf zehn Punkte Rückstand (58:68), doch ein technisches Foul, welches der Offizielle Roland Wingartz Trainer Heimo Förster während einer Auszeit gab, verpasste den Dickhäutern den endgültigen KO.

60:79 lautete der Endstand in einer Partie, in der die Grevenbroicher vor allem in der Offensive nie zu ihrem Rhythmus fanden und lediglich in Götz Twiehoff (21 Punkte, 14 Rebounds, 8/11 aus dem Feld) eine konstante Waffe hatten. Leistungsträger wie Andreas Fabian (6 Punkte, 3/10), Antonio Houston (9 Punkte, 3/16) oder auch Youngster Lennart Steffen (8 Punkte, 2/11) zeigten sich teilweise noch angeschlagen von der Freitagspartie in Bochum.

Nichtsdestotrotz können dezimierte NEW Energie Elephants mit dem Wochenende insgesamt zufrieden sein, bewies man in beiden Partien gegen Spitzenteams Moral und zeigte, dass man auch geschwächt durchaus mithalten kann. Weiter geht es für Twiehoff, Houston und Co. kommende Woche beim SVD49 Dortmund, dem derzeit Tabellendritten der Regionalliga West. Tip-Off in der Brügmann-Sporthalle ist um 19:30 Uhr.

NEW Energie Elephants Presse – Christopher Schwab