Die Geschichte der Elephants

Wer sind die Grevenbroich Elephants? Wo spielen sie? Und was wollen sie erreichen? Das dürften wohl die am häufigsten gestellten Fragen sein. Der nachfolgende Text soll Antworten darauf geben.

Eine seperate Historie zu den US-Spielern der Elephants finden Sie hier:
Amerikaner im Elephantsdress

Grevenbroich (gesprochen: G r e v e n b r o o c h) liegt zwischen Köln und Düsseldorf und ist vielen in erster Linie durch den morgendlichen Verkehrsfunk im WDR bekannt: “Auf der A46 zwischen Heinsberg und Düsseldorf, in Höhe von Grevenbroich-Kapellen vier Kilometer Stau”. Energiewirtschaft steht im industriellen Bereich an erster Stelle. Der gigantische Braunkohletagebau bestimmt das direkte Umland Grevenbroichs. Aber auch die Nutzung und die Weiterentwicklung von regenerativen Energiequellen (insbesondere Windkrafträder und Solaranlagen) haben einen sehr hohen Stellenwert.

Die etwa 64.500 Einwohner zählende Stadt hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Da wären das mittelalterliche Schloss (aus dem 15. Jahrhundert), das Zisterzienser-Kloster Langwaden und das idyllische Gelände der Landesgartenschau (die 1995 in der Stadt war), um hier nur einige zu nennen. Seit einigen Jahren gehören auch die Grevenbroich Elephants zu den Aushängeschildern der Stadt.

Gegründet wurde der Verein 1983 als Basketball-Sport-Gemeinschaft (BSG) Blau-Weiß Grevenbroich. Doch in der gesamten Stadt ist nur von den “Elephants” die Rede, denn so nennen sich die Basketballer seit einigen Jahren. Derzeit hat der Verein etwa 180 aktive Mitglieder. Vor allem die Jugendarbeit wird groß geschrieben. Neben zahlreichen Jugendmannschaften betreiben die Elephants auf lokaler Ebene ein Scouting-Programm an Grevenbroicher Schulen.

Einen ersten entscheidenden Aufschwung erlebte der Klub 1989, als es gelang, den 102-fachen ungarischen Nationalspieler Laszlo Lang in die Schlossstadt zu lotsen. Während seiner Tätigkeit als Spielertrainer gelang es ihm, die Elephants von der Bezirksliga in die Oberliga zu führen.

Laszlo Lang sollte nicht der einzige Ungar sein, der den Aufschwung der Elephants forcierte. Mit Aufbauspieler Zoltán Nagy, ebenfalls mehrfacher Nationalspieler und Trainer Istvan Kozocsa gesellten sich zwei weitere Magyaren hinzu. In der Saison 1997/1998 gelang dem Team der Aufstieg in die 2. Regionalliga.

Im Mai 1999 kam der nächste Ungar in die Schlossstadt. Mit Dr. Màthyàs Rànky angelten sich die Elephants den ehemaligen ungarischen Nationaltrainer als Coach. Der 55-Jährige brachte den Verein noch einmal ein ganzes Stück nach vorne und zeichnete sich besonders durch die Schaffung von professionelleren Strukturen aus. Neben der Betreuung einiger Jugendmannschaften nahm sich der promovierte Coach auch dem Schulprogramm an.

Im Mai 2001 standen die Elephants zum ersten Mal in ihrer jungen Vereinsgeschichte am Scheideweg. Nach dem knapp verpassten Ziel, dem Aufstieg in die 1. Regionalliga, verließ Trainer Rànky den Verein wieder Richtung Ungarn.

Zu dieser Zeit bot sich die Gelegenheit, eine Spielgemeinschaft mit Maccabi Düsseldorf (damals 1. Regionalliga) einzugehen. Das Ziel beider Seiten war, ein schlagkräftiges Team für die 1. Regionalliga, mit Perspektiven für einen weiteren mittelfristigen sportlichen Aufstieg, zu formen.

Der damalige Vorsitzende und Trainer Maccabis, Raphael Wilder, hatte sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem er für seinen Düsseldorfer Verein keine Perspektiven mehr gesehen hatte. Nach Auflösung der Spielgemeinschaft ging das Startrecht für die 1. Regionalliga auf die Elephants über.

Trainer der neuen Grevenbroicher Mannschaft wurde Raphael Wilder. Der Israeli hatte Maccabi zuvor von der Oberliga in die 1. Regionalliga geführt und brachte einen Großteil seiner ehemaligen Spieler aus Düsseldorf mit in die Schlossstadt. Das neuformierte Team machte sich in seinem ersten Jahr in der 1. Regionalliga als Favoritenschreck einen Namen und belegte zum Abschluss einen guten vierten Platz.

In der folgenden Saison sollte dann der ganz große Wurf gelingen – ohne dass dies das erklärte Ziel der Grevenbroicher gewesen wäre. Es gelang Trainer Wilder, in akribischer Kleinarbeit ein Team zu formen, das die Liga dominierte. Neben den beiden überragenden Nordamerikanern Whitney Harris (Kanadier, Center) und Aufbauspieler John Bynum (USA) gelang es Wilder, mit jungen Leuten den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu realisieren.

Nach einer tollen Saison hatte das Team den Aufstieg mit der stolzen Bilanz von 48:04 Punkten geschafft. Den krönenden Abschluss bildete der Gewinn des WBV-Pokals im Finale gegen den TV Salzkotten. In der noch jungen Vereinsgeschichte hatte die Mannschaft damit alle für sie möglichen Titel gewonnen.

Dieser Erfolg hatte auch auf das Zuschauerinteresse einen großen Einfluss. Zu den Heimspielen pilgerten im Schnitt zwischen 750 und 900 Zuschauern. In den Spitzenspielen war der altehrwürdige “Elephants-Dome” mit 1000 Zuschauern restlos ausverkauft. In der kommenden Saison soll nach einer Möglichkeit gesucht werden, die Kapazität evtl. zu erhöhen.

Die Heimspiele sind zu einem richtigen Event geworden. Neben dem Spiel gehören weitere Höhepunkte zu einem Heimspielabend. Die Auftritte der Cheerleader von “Cologne Gold Flash” sind ebenso ein fester Bestandteil wie die Anmoderation von “Einheizer” Tiger-Horst und die unterschiedlichsten Gewinnspiele.

Für den reibungslosen Ablauf der Heimspiele und die organisatorischen Fragen im Verein zeichnet sich der AKÖ (Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit) verantwortlich. Seit März 1999 liegen die Organisation der Heimevents, Auswärtsfahrten, Ferienfreizeiten, von Promotion Touren, Vereinsfesten und sonstigen Aktivitäten fest in der Hand des AKÖ. Auch war der Arbeitskreis immer zu Stelle, wenn er an irgendeiner Stelle im Vereinsleben Hilfe benötigt wurde.

Der AKÖ wird von den beiden umtriebigen Frank Schneeweiß und Siegfried Janke geleitet. Der Mitarbeiterstamm umfasst mittlerweile mehr als 20 Leute, die sich aus den verschiedensten Bereichen des Vereins zusammensetzen. Ein viel gelobter Höhepunkt der jüngeren AKÖ-Arbeit war die Organisation und Durchführung des ersten offiziellen Fan-Turniers, zudem Mannschaften aus ganz NRW begrüßt werden konnten.

Die Fan-Szene bei den Grevenbroich Elephants ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Viele Anhänger des Vereins besuchen die Heim- und auch Auswärtsspiele seit vielen Jahren. Mit dem Erfolg kamen naturgemäß immer mehr Anhänger, die ein Teil der Elephants-Familie werden wollten. Seit einiger Zeit bestehen zwei offizielle Fanklubs, der “Harte Kern” und “Elephants-lot-jonn-dot-com”.

Mittlerweile spielen die Schlossstädter ihre dritte Saison in der 2. Bundesliga. Angesichts der finanziellen Situation geht es für die Mannschaft weiterhin “nur” um den Klassenerhalt. Nachdem im ersten Jahr der Klassenverbleib am letzten Spieltag wasserdicht gemacht wurde, gelang die “Rettung” in der Saison 2004/2005 bereits frühzeitig. Mit einem hervorragendem 9. Platz endete diese Saison.

In der folgenden Saison sollen nun die beiden Nordamerikaner Rico Grier und Whitney Harris die Elephants erneut zum Klassenerhalt führen. Dieses Ziel konnte frühzeitig erreicht werden. Mehrmals konnte man mit Großen der Liga mithalten und sie ein wenig “ärgern”, auch wenn man am Ende das Spielfeld stets als Verlier verließ. Nach 30. Spieltagen stand ein 12. Platz zu Buche. In der vierten, und vor erst letzten 2. Bundesligasaison, gingen die Elephants erneut mit dem Center Whitney Harris in die Saison. Ihm zur Seite stand im Anthony Williams. Zusätzlichen wurden ab dem 5. Spieltag der Griechische Profi Loukas Lazoukits sowie ab dem 15. Spieltag Marin Petric verpflichtet. Vier Profis im Trikot der Elephants konnten die Elephants bis dahin noch nie aufweisen.

Doch Anthony Williams konnte die hohen Erwartungen, die man an ihn stellte, nicht erfüllen und wurde ab dem 18. Spieltag durch Wayne Nelson ersetzt. Doch auch dieser Neuzugang konnte den Abstieg nicht verhindern. Nach 30. Spieltagen standen sieben Siege zu Buche, so dass man den Gang in die Regionalliga antreten musste. Doppelt bitter: Durch die Neustrukturierung der Ligen (Aus der 2. Basketball-Bundesliga (Nord/Süd) entstand eine Pro A und Pro B (beide Deutschlandweit) wurde man direkt zwei Ligen durchgereicht.

Direkt nach Saisonende entschloss man sich für ein “Neuanfang” und verlängerte den Vertrag des langjährigen Coaches Raphael Wilder nicht. Neuer Coach wurde Heimo Förster (ehemaliger BBL-Coach, Bayer Giants Leverkusen), der einen Zweijahresvertrag unterschrieb.

Er setzte auf die “Deutsche Karte” und verpflichtete einige Deutsche Nachwuchstalente, die zusammen mit altbekannten Gesichtern, das neue Team bildeten. Kopf der Mannschaft sollte Chuck Evans werden, doch dieser bittete aus privaten Gründen kurz vor Saisonbeginn um Auflösung seines Vertrags. Als Neuverpflichtung präsentierte man Brian Graves.



Im August 2007