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Auch am Morgen nach der knappen 77:79 Niederlage in Wulfen war Elephants Coach Hartmut Oehmen noch sichtlich angefressen:
"Ich weiß, dass sich Kritik an den Schiedsrichtern nach einer Niederlage immer nach schlechte Ausrede anhört, aber es gibt einfach Dinge, die müssen in aller Deutlichkeit gesagt werden. Auch Schiedsrichter sind Menschen, die mal einen schlechten Tag erwischen dürfen, aber das war bei diesem Gespann nicht der Fall. Die üblichen Fehlentscheidungen hielten sich auf beiden Seiten im relativ normalen Rahmen. Völlig untragbar ist allerdings das Auftreten dieser beiden Herren, das an ignoranter Selbstherrlichkeit nicht mehr zu übertreffen ist. Ich habe meine Spieler vor der Begegnung vor der übertriebenen Unnahbarkeit der Refs gewarnt, aber dass es so schlimm werden würde, hatte selbst ich nicht erwartet."

Kostproben gefällig?
1) Kurz vor dem Anpfiff bestanden die Unparteiischen darauf, dass Davon Roberts seine Under-Leggins ausziehen muss, da Under-Shorts, die über das Knie reichen nicht erlaubt sind. Auf die Frage, warum Wulfens Nieswand seine Short denn anbehalten dürfe, kam die Antwort, dass auch er gleich darauf angesprochen würde. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Wulfener Spieler nur um extrem lange Knieschoner handelte. Der Unterschied zu einer Leggins war nur durch Hochkrempeln der Spielshorts bis fast zum Schritt zu erkennen. Von außen für den Beobachter also nicht festzustellen. Dennoch mußte sich Davon nach der Teamvorstellung seiner Short entledigen. Pedanterie bis hin zur Lächerlichkeit. Und warum diese schwere Verfehlung der Kleiderordnung erst unmittelbar vor Spielbeginn auffiel bleibt wohl auch das Geheimnis der beiden.
2) Marko Boksic spitzelt seinem Gegenspieler den Ball aus den Händen und es ertönt ein Pfiff. Statt Einwurf Wulfen heißt es zur Verwunderung aller Foul Boksic. Auf die Bemerkung des Spielers "it was just Ball" folgt unmittelbar das "T". Statt charakterstark einen offensichtlich falschen Pfiff zurückzunehmen und mit Einwurf Wulfen weiter laufen zu lassen, wird eine Fehlentscheidung versucht durch ein pseudo-autoritäres technisches Foul zu kaschieren.
3) Angriff Wulfen, aber plötzlich dreht sich der mit dem Rücken zur Grevenbroicher Bank stehende Schiedsrichter mit einem Pfiff um. Mit den Worten "hier hat jemand 3 seconds gesagt" wird ein "T" gegen die Bank verhängt, obwohl alle Spieler auf ihren Plätzen sitzen und nur er diese Aussage gehört haben kann. Emotionen jeglicher Art verboten, selbst wenn sie für die Zuschauer nicht erkennbar sind. Die Aufmerksamkeit gilt nicht dem Geschehen unter dem Korb, sondern der gefälligst taubstumm zu bleibenden Ersatzbank.
4) Kurz vor dem Ende kritisiert die komplette Wulfener Mannschaft lautstark gestikulierend eine wahrscheinlich falsche Einwurf Entscheidung zu Gunsten Grevenbroichs. Dabei läuft die komplette Ersatzbank inkl. Trainer sogar einige Meter aufs Feld. Ein "T" bleibt an dieser Stelle aus. Leider auch die Linie, die man als Schiedsrichter haben sollte.
Gut, dass es in der Regionalliga jetzt die Videopflicht gibt. Für diese beiden Herren sollte das Studium des Tapes zur Pflicht gemacht werden.

Ein Basketballspiel gab es allerdings auch und das war an Dramatik kaum zu überbieten.
Das erste Viertel ging mit 17:11 an die Gäste und das Konzept, konstant über Groß zu spielen und beim Doppel den freien Dreier zu nehmen, schien mit 8 Center Punkten sowie 2 Distanztreffern voll aufzugehen. Ein 12:0 Lauf der Hausherren Mitte des zweiten Viertels konnte jedoch auch durch eine zwischenzeitliche Auszeit nicht unterbunden werden und so stand es plötzlich gar 28:19 für den BSV. Doch Grevenbroich kämpfte sich ins Spiel zurück und man ging mit einer knappen 31:30 Führung in die Pause.
In der Kabine monierte das Trainergespann Oehmen/Bennett dennoch die fehlende Leidenschaft im Spiel ohne die man solche Begegnungen nur schwer gewinnen kann. Mit der Verteidigung zeigte man sich bis dato zufrieden, aber die Trefferquote aus der Distanz müsse sich im zweiten Durchgang deutlich verbessern.
Nach dem Seitenwechsel schien diese Anforderung perfekt umgesetzt zu werden, denn Dainius Zvinklys eröffnete die Partie mit einem Dreier und nach zwei Minuten hatte man die Führung auf 38:30 ausgebaut. Nun kam die Phase, in der die Schiedsrichter plötzlich massiv ins Spielgeschehen eingriffen. Besagtes T und eine Foulverteilung von 16:8 innerhalb weniger Minuten ließen die Begegnung erneut kippen. Ende des dritten Viertels stand es 53:54 und die Weichen für einen Basketball Krimi der Extraklasse waren gestellt.
Wulfen erwischt den besseren Start und geht mit 57:54 in Führung, doch die Elephants antworten umgehend zum 57:60. Mitte des Viertels zerfahrene Aktionen auf beiden Seiten und eine Minute vor dem Spielende führen die Wölfe mit 65:64. Der überzeugende Jördell wird bei einer Aktion gefoult und muss an die Linie, was nicht gerade zu seinen Stärken zählt, doch der Center behält die Nerven und verwandelt beide Freiwürfe sicher zum 65:66. Im Gegenzug zeigt Nasarre Nerven und kann aus gleicher Position nur ausgleichen. Noch 26 Sekunden zu spielen, Auszeit Grevenbroich. Der Plan ist es, die Uhr bis zum Ende runter zu spielen und Davon Roberts soll in Korbnähe den Abschluss suchen. Doch der Amerikaner hält sich nicht an die Vorgabe und sucht viel zu früh überhastet den Abschluss. Einwurf Wulfen, Auszeit und noch 12 Sekunden zu spielen. Die Hausherren haben es nun in der hand, aber die Abwehr der Dickhäuter steht und es geht in die Verlängerung.

Die Führung wechselt nun hin und her und eine Minute vor Ablauf der Overtime liegen die Schlossstädter mt 73:74 in Front. Ein Stop in der Defense verschafft dem Team erneuten Ballbesitz doch Nick Larsen trifft nur den zweiten Freiwurf zum 73:75. Im Gegenzug kommt der Ball zu Gorontzi und der junge Shooter trifft trotz guter Zvinklys Verteidigung aus der Distanz zum 76:75. Auszeit Grevenbroich und diesmal entscheidet man sich für eine Variante bei der Dainius den letzten Wurf bekommen soll. Der Litauer zieht kraftvoll in die Zone und wird drei Sekunden vor Ablauf der Spielzeit gefoult. Die Halle hält den Atem an, aber Dan verwandelt eiskalt zum 76:77. Im Grunde muss das die Entscheidung sein, doch Günther kann beinahe ungehindert erneut auf Gorontzi passen und dieser trifft viel zu frei zum 79:77 Endstand, da Freiwurfschütze Zvinklys nicht konsequent zurück gespurtet war.
Während die Wulfener Fans jubelnd aufs Spielfeld stürmen lassen die Akteure der Elephants enttäuscht die Köpfe hängen. Man hatte sich unnötig selbst um den Lohn des beinahe sicheren Sieges gebracht. Bei der anschließenden Pressekonferenz faßte Coach Hartmut Oehmen es dann folgendermaßen zusammen: "Wir haben es heute versäumt, frühzeitig den Sack zu zu machen. So ein Verhalten wird im Sport häufig bestraft. Wulfen hat leidenschaftlich gekämpft, nie aufgegeben und am Ende das Glück des Tüchtigen gehabt. Daher kann man noch nicht einmal von einem unverdienten Sieg reden."

 

 

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