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Es gibt Niederlagen, die tun richtig weh. Wie vor gut zwei Wochen das 88:91 in der Verlängerung gegen Herford zum Beispiel. Und es gibt Niederlagen, die sind einfach nicht zu verhindern, belasten darum das Gemüt nur marginal. In diese Kategorie fiel am Samstag die 80:93-Schlappe (Halbzeit 35:57) der NEW' Elephants beim Aufstiegskandidaten WWW Baskets Münster. "Münster hat als Mannschaft eine überragende Leistung geboten und verdient gewonnen", urteilte Grevenbroichs Trainer Hartmut Oehmen gelassen.

Vor allem in der ersten Hälfte agierte der in der Vorwoche von Schalke 04 gestürzte Spitzenreiter, offenbar gepusht von der 64:81-Pleite der Königsblauen im Topduell am Abend zuvor in Hagen, wie im Rausch. "Die haben alles getroffen", stellte Oehmen mit Blick auf die Zweier-Quote von traumhaften 69 Prozent fest. Auch sein Kollege Philipp Kappenstein war vom Auftritt der wie aufgedreht spielenden "Studenten" begeistert: "Das war unsere beste Leistung in dieser Saison." Stellvertretend für die Intensität der Truppe stand die Ausbeute des US-Profis Dallis Johnson, der auf dem Weg zu am Ende 29 Punkten vor dem Seitenwechsel neun seiner zehn Würfen im Korb unterbrachte (12/14 insgesamt). Auf der anderen Seite lief bei den Elephants drei Tage nach dem beglückenden 94:80-Erfolg im Viertelfinale des WBV-Pokals über Schalke rein gar nichts zusammen. Oehmen räumte ein: "Wir waren in der ersten Halbzeit wirklich schwach, haben uns sehr viele Turnovers geleistet."

Zwar fand er ziemlich toll, dass sich auch in Münster keiner seiner Jungs ernsthaft verletzte - der starke Terrence Williams (28 Punkte mit einer Trefferquote von 55,6 Prozent) kam nach einer Kollision mit Dallis Johnson mit einer Rippenprellung davon -, so vollkommen widerstandslos wollten sich die Schlossstädter in der mit mehr als 500 Zuschauern gefüllten Universitätssporthalle am Horstmarer Landweg dann doch nicht abfertigen lassen. Sie sicherten sich sogar die Viertel drei (22:21) und vier (23:15). Dass sie den Vorsprung der Hausherren im vierten Abschnitt, in dem Williams zum 70:81 (35.) traf, nicht noch nachhaltiger kappten, lag in erster Linie an der vernichtenden Bilanz aus der Ferndistanz. Keiner der sowieso nur 14 Versuche von jenseits der Drei-Punkte-Linie führte zum Erfolg. So entpuppte sich eine große Stärke der eigentlich so treffsicheren Elephants letztlich als entscheidender Schwachpunkt. "Ohne Dreier kannst du eine Top-Mannschaft wie Münster, für die ab jetzt jedes Spiel ein Endspiel ist, nicht schlagen", bestätigt Oehmen.

Quelle: NGZ / Dirk Sitterle